Editorial Heft 1 / 2014

Editorial 2014-1

Liebe Leserinnen und Leser,

ist Bürgerbeteiligung nur eine pseudo-demokratische Phrase oder ernst gemeinter lokalpolitischer Wunsch? Bestehen Bürgerinitiativen meist aus selbstsüchtigen Egoisten oder nicht doch auch aus verantwortungsbewussten Visionären? Schaffen es Bürger, Verwaltung und Politik gemeinsam, fehlende Entwicklung in Stadt und Gesellschaft zu benennen oder kritisieren die Wiesbadener nur Fehlentwicklungen? Machen wir es uns leicht, indem wir immer nur zetern, oder bewegen wir etwas, indem wir uns einbringen?

Das lilienjournal wird sich diesen Fragen und den Themen unserer Stadt aktiv widmen und aktuelle wie künftige städtische Projekte, aber auch Vorhaben privater Initiativen konstruktiv wie kritisch begleiten. Es nimmt kontinuierlich Stimmungen und Stimmen zu diesen Themen auf und versucht, Pro und Kontra sachlich darzustellen. Neben der vierteljährlich erscheinenden Printausgabe sind auch interaktive Rückmeldungen und Anregungen über die Homepage www.lilienjournal.de und über soziale Netzwerke möglich.

Parlamentarische Beschlüsse und städtische Infrastrukturprojekte möchten wir in ihren Entscheidungswegen und Folgen durchschaubarer machen. Wir hinterfragen diese und bemühen uns um Transparenz, auch bei den Aussagen von Kritikern jeweiliger Vorhaben. Wir lernen gerne dazu und sind sicher, Sie, der „mündige Bürger“, möchte dies auch. In Interviews mit den jeweiligen Protagonisten oder der Gelegenheit zu unzensierten Stellungnahmen wollen wir Ihnen ein Stimmungsbild vermitteln. Die Intention des lilienjournal ist überparteiliche Berichterstattung, völlig neutral können wir jedoch nicht sein. Wir wollen aber Menschen und Standpunkte zusammenbringen, nicht dividieren. „Wiesbadener Stadtansichten“ ist bewusst doppeldeutiger Untertitel.

Diese Erstausgabe ist mit viel Herzblut, breiter Themenpalette sowie reinem Gewissen (CO2-Ausgleichszertifikat) entstanden. Denn neben stadtpolitischen Themen geht es uns vor allem um die Menschen dieser Stadt, um Kultur und Freizeit sowie die Stärkung der Wirtschaft vor Ort. Es hat viel Kraft gekostet, aus aktuellem Anlass noch das Thema Stadtmuseum zu behandeln, aber es erscheint uns sehr wichtig, den Bürger hier alternativ zu informieren, bevor es möglicherweise ein böses Erwachen gibt und er nur noch Bürge ist.

Ob das lilienjournal von Bevölkerung, Verwaltung und Politik angenommen wird, wissen wir noch nicht. Ob und wie viele Folgeausgaben es geben wird, wie wir uns entwickeln, hängt daher auch von Ihrer Resonanz und Unterstützung ab. Mitherausgeber sind Sie bereits, denn stadtpolitische Entscheidungen einerseits ebenso wie die Bürgermeinung andererseits, also das, was Ihnen unter den Nägeln brennt, bestimmen die Themenauswahl dieser und der folgenden Ausgaben.

Das lilienjournal soll nicht im Papierkorb landen, sondern gelesen, weitergereicht und vielleicht gesammelt, noch besser abonniert werden – es wird aber auch online verfügbar sein. So wollen wir mit der Zeit ein Abbild der Stadtentwicklung und des mündigen Bürgerengagements werden.

Ihr Mario Bohrmann/Ullrich Knapp